Wir machen Glasuren aus der Asche unseres Mülls

Lebensmittelabfälle, Zahnbürsten, zerbrochene Gläser, Windeln, manchmal sogar Elektrogeräte – wir werfen eine Menge Zeug weg.

Müllverbrennungsanlagen helfen uns, die daraus resultierenden Müllberge verschwinden zu lassen. Aber was bleibt übrig, wenn unser Restmüll den Flammen ausgesetzt wird?

Wie sich herausstellt, sind es zwei Dinge: jede Menge heiße Luft und ein riesiger Berg Asche. Ersteres wird durch Turbinen in Strom umgewandelt und bringt in gut 100.000 Berliner Haushalten Licht ins Dunkel.

Mit der Asche ist es etwas komplizierter: Ein Teil davon ist so giftig, dass er in alten Salzbergwerken gelagert wird. Der andere Teil ist zwar auch nicht ungiftig, kann aber dennoch als Baumaterial verwendet werden, insbesondere im Straßen- und Deponiebau. Und die Menge, in der sich diese „Bodenasche“ ansammelt, ist beeindruckend: Ganz Berlin produziert jährlich rund 180.000 Tonnen; das sind 130 Gramm Asche pro Tag und Berliner.

Unsere Forschung sucht nach Verwendungsmöglichkeiten für dieses sehr persönliche und lokale Material und nutzt keramische Verfahren, um die graue Asche unseres Abfalls durch neue Objekte wieder in unseren Alltag zu integrieren.

Es entstehen Glasuren, in denen die verschiedenen Bestandteile unserer „Mülltonnenrezepte“ sichtbar werden, sowie Kerzenhalter, in denen die 130 Gramm der täglichen Asche Berlins zu keramischem Material werden, das Tag für Tag als Objekt gesammelt und gestapelt werden kann.

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Aktion Flaschenpost